Leben mit Diabetes

Juli 14, 2015
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Den Blutzucker in den Griff bekommen

Gewichtsabnahme, starkes Durstgefühl, gesteigerte Urinausscheidung, Hautinfektionen und Leistungsminderung sind typische Symptome für Diabetes mellitus. Bei der Zuckerkrankheit handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt.

Schätzungen zufolge leiden mindestens sieben Millionen Deutsche an Diabetes. Neben einigen Sonderformen und dem Schwangerschaftsdiabetes unterscheiden Mediziner im Wesentlichen zwei Formen. Der Typ-1-Diabetes beginnt überwiegend im Kindes- oder Jugendalter, kann aber auch noch im hohen Lebensalter auftreten. Die eigenen Abwehrkräfte zerstören die insulinproduzierenden Betazellen des Körpers. Dadurch kommt es zu einem Mangel an Insulin. Dieses Hormon ist notwendig, damit der Zucker, der über die Nahrung ins Blut gelangt, von den Zellen aufgenommen und verarbeitet werden kann. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel. Die überwiegend jungen Patienten müssen deshalb Insulin spritzen. Neben den genannten typischen Diabetessymptomen können sich bei diesem Typ auch Abbauprodukte des Fettstoffwechsels im Blut anreichern, sodass es zu einer Übersäuerung des Blutes kommt. Das ist nur beim Typ-1-Diabetes der Fall.
Etwa 85 bis 95 Prozent der Zuckerkranken leiden am Typ-2-Diabetes. Betroffen sind vor allem Menschen in höherem Lebensalter, deshalb war früher auch die Bezeichnung als Altersdiabetes üblich. „Allerdings erkranken zusätzlich immer mehr Jüngere, da ungesunde Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel heutzutage stetig zunehmen. Das sind die Hauptursachen für den Typ-2-Diabetes“, erklärt Dr. Jürgen Krug vom Klinikum St. Georg. „Die Körperzellen reagieren zunehmend unempfindlich auf das Hormon Insulin und so steigt auch hier der Blutzuckerspiegel an.“ Die Patienten müssen ihre Ernährung umstellen und versuchen, Gewicht abzunehmen. Dann folgt in den meisten Fällen die Behandlung mit Tabletten.

Der Typ-2-Diabetes wird häufig nur durch Zufall bei Blutuntersuchungen entdeckt, weil die klassischen Symptome sich langsam entwickeln und nicht so wahrgenommen werden. Entscheidend bei beiden Formen ist, dass der Blutzucker gut eingestellt ist und nicht übermäßig schwankt. Screenshot 2015-07-13 14.50.14Ansonsten drohen schwerwiegende Folgeerkrankungen. So kann der Typ-1-Diabetes zu Veränderungen an den Augen, den Nieren und dem Nervensystem führen. Das trifft auch für den Typ-2-Diabetes zu. Hier sind aber Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Durchblutungsstörungen der Beine problematischer.

Die Basistherapie ist für beide Typen gleich. Die Patienten müssen an einem strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogramm nach Möglichkeit in einer Gruppe teilnehmen. Unter Anleitung einer Diabetesberaterin und eines Arztes erfahren die Zuckerkranken alles Grundlegende über die Stoffwechselkrankheit. So lernen die Diabetiker beispielsweise, worauf sie bei der Ernährung achten sollten und wie sie ihren Blutzucker messen und regelmäßig kontrollieren. Diskutiert wird auch die Bedeutung von Sport für den Verlauf der Erkrankung. Sind Insulin oder andere Medikamente erforderlich, bekommen die Patienten Tipps für den richtigen Umgang damit. Wichtig ist aber auch der gemeinsame Austausch. Diabetiker können mit anderen Betroffenen sprechen und mit dem Kursleiter spezielle Probleme abklären.

„Wichtigster Behandlungsansatz ist dabei, dass die Patienten beraten und nicht bevormundet werden“, betont Dr. Jürgen Krug. „Sie sollen selbst lernen, ihren Lebensstil in die Hand zu nehmen und den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Denn wer die Ernährungs- und Bewegungstipps verinnerlicht und nicht aufgezwungen bekommt, kann sie auch besser einhalten.“ Wer zusätzlich noch kontinuierlich seinen Blutzuckerspiegel überprüft und regelmäßig Kontrolluntersuchungen zum Beispiel beim Augenarzt wahrnimmt, kann trotz Diabetes ein beschwerdefreies Leben führen und meist Folgeschäden vermeiden.

Kompetente Hilfe bei allen Diabetesformen finden Betroffene im Klinikum St. Georg, wo die Behandlung der Zuckerkrankheit und ihrer Komplikationen eine lange Tradition hat. Seit vielen Jahren ist die Einrichtung am Standort Grünau von der Deutschen Diabetesgesellschaft zertifiziert. Das Team aus Diabetologen und Diabetesberaterinnen arbeitet dabei übergreifend mit den anderen Fachärzten des St. Georg zusammen. Kommt es als Folge zum Beispiel zu Herzerkrankungen, stehen die Kardiologen des Hauses parat. Terminvereinbarungen sind telefonisch unter 0341 423-1010 möglich.

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