Zeckenstich mit Folgen

Juli 14, 2015
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Wer häufig im Wald oder auf ungemähten Wiesen unterwegs ist, sollte anschließend seinen gesamten Körper nach Zecken absuchen. Diese milbenartigen Tiere, die es am liebsten feucht und schattig mögen, lauern überwiegend in Waden- und Kniehöhe an Sträuchern und Grashalmen. Streifen Lebewesen daran vorbei, heften sich die kleinen Spinnentiere fest. In den meisten Fällen begnügen sich Zecken mit anderen Tieren, aber auch Menschen dienen als Wirt. Durch einen Stich setzen sie sich am anderen Organismus fest, um sich von dessen Blut zu ernähren.12783791_xxl_SLIDE

 

 

 

 

 

 

 

 

Gefährlich sind Zecken, weil sie Krankheitserreger übertragen können. Bei einem Stich werden die im Speichel enthaltenen Erreger in den Wirt übertragen. Besonders häufig infizieren sich Menschen über Zeckenstiche mit Borrelien. Das sind Bakterien, die die Krankheit Borreliose verursachen. Zirka 20 Prozent der Zecken in Deutschland beherbergen Borrelien. Wesentlich seltener übertragen Zecken den Erreger der virusbedingten Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis). In Deutschland wird die FSME pro Jahr bei zirka 300 bis 500 Menschen diagnostiziert, mit Schwerpunkt im süddeutschen Raum.

Impfung schützt vor Ansteckung

„Auch wenn nicht jede Zecke infiziert ist, kann der FSME-Erreger direkt beim ersten Saugen übertragen werden“, erklärt Prof. Dr. Bernhard Ruf, Leitender Chefarzt vom Klinikum St. Georg und Chefarzt der Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin und Nephrologie. „Personen, die sich in Risikogebieten oft in der Natur aufhalten, sollten sich gegen FSME impfen lassen. Die FSME-Risikogebiete können auf der Internetseite des Robert Koch-Institutes unter www.RKI.de eingesehen werden. Wer sich mit FSME infiziert hat, leidet zunächst unter grippeähnlichen Symptomen. Die Patienten klagen über Kopf- und Gliederschmerzen sowie über Fieber. Anschließend sind die Betroffenen ein bis drei Wochen fieberfrei. Bei zirka 90 Prozent der Patienten verläuft die Erkrankung ohne Symptome bzw. mit einem milden Verlauf. Bei den restlichen 10 Prozent folgt den ersten Krankheitszeichen eine Entzündung der Hirnhäute bzw. des Gehirns. Erneutes Fieber tritt in Kombination mit Übelkeit, Erbrechen und Ausfällen des Nervensystems auf. Bei besonders schweren Verläufen kommt es zu Lähmungen des ganzen Körpers oder zur Entzündung des Rückenmarks. Etwa 0,5 Prozent der FSME-Erkrankten sterben.

Gegen Borreliose gibt es keinen Impfschutz. Die Symptome sind vielgestaltig und auch der Schweregrad ist unterschiedlich ausgeprägt. Betroffen sind insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Um die Einstichstelle kann sich nach Tagen bis Wochen eine ringförmige Rötung bilden, deren Durchmesser wächst. Mediziner sprechen in diesem Fall von der Wanderröte. Je früher der Arztbesuch erfolgt, umso besser kann die Borreliose mit Antibiotika behandelt werden. „Etwa 10 bis 20 Prozent der Zecken tragen die Borrelien in sich, deshalb ist es so wichtig, sich zu schützen“, betont Prof. Dr. Bernhard Ruf.

Dabei kommt es in erster Linie auf die richtige Kleidung an. Wer einen Ausflug in die Natur plant, sollte lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln tragen. Außerdem gibt es in der Apotheke und in Drogeriemärkten spezielle Zeckensprays. Zusätzlich zu allen Vorsichtsmaßnahmen kommt es aber auch auf das gezielte Absuchen des Körpers an. Vor allem in Achselhöhlen, in den Kniekehlen und an Hals und Kopf saugen sich Zecken gerne fest.

Zecken richtig entfernen

Wer Zecken an sich entdeckt, sollte diese so schnell als möglich entfernen. Am besten geht dies mit einer Zeckenzange oder einer spitzen Pinzette, oder falls nicht verfügbar, kann diese auch mit den Fingern entfernt werden. Falls dabei der Kopf in der Haut verbleibt, ist dies unbedenklich, da die Borrelien sich in diesem Körperteil der Zecke nicht aufhalten. Allerdings darf die Zecke nicht gequetscht oder zusammengedrückt werden. Auch ein Herausdrehen des Tieres macht keinen Sinn, ebenso wie das Beträufeln der Zecke mit Öl, Benzin oder Nagellackentferner, da dabei Borrelien aus dem Körper der Zecken mobilisiert und auf den Patienten erst recht übertragen werden.

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