Kälte, Heizungsluft und häufiges Waschen schwächen die Hautbarriere deutlich. Mit gezielten Pflegeroutinen und ausreichend Feuchtigkeit lässt sich Belastungen im Winter wirksam vorbeugen.
Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen
Ein Hygrometer zeigt, wie trocken die Raumluft ist. Ideal sind 40 bis 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Studien belegen, dass schon eine Stunde in zu trockener Heizungsluft die Hautstruktur messbar verändert. Ein kleiner Luftbefeuchter oder eine mit Wasser gefüllte Schale auf der Heizung kann helfen.
Hautpflege anpassen
Im Winter reichen leichte Lotionen oft nicht mehr aus. Dermatologen empfehlen reichhaltige Cremes oder Salben mit schützenden Bestandteilen wie Vaseline oder Squalan sowie feuchtigkeitsbindenden Stoffen wie Glycerin oder Hyaluron. Nach dem Waschen aufgetragen, bleibt die Feuchtigkeit besser in der Haut eingeschlossen. Ein einfacher Pflegetipp für die Nacht: Nach dem Eincremen dünne Baumwollhandschuhe überziehen. So kann die Pflege besser wirken und die Haut sich über Nacht regenerieren.
Händewaschen – aber bitte hautfreundlich
Waschen Sie Ihre Hände mit lauwarmem Wasser – heißes Wasser löst die schützenden Fette. Trocknen Sie die Hände sanft ab und cremen Sie sie sofort ein, damit die Feuchtigkeit gespeichert bleibt. Wenn kein sichtbarer Schmutz vorhanden ist, genügt meist eine milde,
rückfettende Waschlotion. Alkoholhaltige Desinfektionsmittel sollten nur verwendet werden, wenn sie wirklich nötig sind – danach immer nachcremen.
Schutz beim Putzen und draußen
Hausarbeit und Kälte sind doppelte Belastung: Reinigungsmittel entfetten die Haut, kalte Luft entzieht Feuchtigkeit. Tragen Sie beim Spülen oder Putzen Handschuhe mit Baumwollfutter – und draußen wärmende Handschuhe. Zwischendurch hilft eine pflegende Salbe mit Ceramiden, Glycerin oder Urea.
Hautbarriere von innen stärken
Pflegen Sie Ihre Haut nicht nur äußerlich. Trinken Sie täglich ausreichend Wasser (1,5–2 Liter) und achten Sie auf eine Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, etwa aus Lachs, Walnüssen oder Leinöl. Auch Zink und Vitamin E unterstützen die Hautregeneration und stärken die natürliche Schutzbarriere. Zink steckt zum Beispiel in Haferflocken, Hülsenfrüchten und Kürbiskernen, Vitamin E in Nüssen, Pflanzenölen und Avocados.
Wann Sie besser zum Hautarzt gehen sollten
Wenn sich trotz Pflege tiefe Risse bilden, die Haut dauerhaft juckt, brennt oder sich verdickt, kann eine ausgeprägte Trockenhaut (Xerosis) oder ein Kontaktekzem vorliegen. Dann sollte ein Hautarzt die Ursachen klären. Auch bestimmte Reinigungsmittel, Handschuhmaterialien, Duftstoffe oder starke Temperaturwechsel können die Beschwerden verstärken.
