Die Ausbildung zur Pflegefachkraft

Jana Kelm

Jana Kelm © Klinikum St. Georg

Pflege mit Herz und Zukunft – Am Klinikum St. Georg lernen junge Menschen Nähe, Vertrauen und Mitgefühl mit Praxiswissen zu verbinden. Die Sprechstunde begleitet Paula Wellner an einem Tag auf Station.

Pflege ist mehr als ein Beruf – sie ist eine Haltung. Wer sich für die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann entscheidet, übernimmt Verantwortung – für Menschen in Momenten, in denen sie sich selbst kaum helfen können. „Pflege bedeutet Nähe, Vertrauen und echtes Mitgefühl“, sagt Jana Kelm, Teamleiterin der zentralen Praxisanleitung am Klinikum St. Georg. „Diese Mischung aus Wissen, Empathie und Verantwortung macht den Beruf so besonders.“

Seit 2020 ist die Ausbildung generalistisch angelegt. Sie vereint die frühere Gesundheits-, Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild. „Damit eröffnen sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten – vom Krankenhaus über die ambulante Pflege bis hin zum Hospiz“, erklärt Frau Kelm. „Unsere Absolventen können in ganz Europa arbeiten – oder bei uns im Haus bleiben.“

Lernen, wo man gebraucht wird

Die Ausbildung dauert drei Jahre und kombiniert Theorie und Praxis: 2.100 Stunden Unterricht und 2.500 Stunden praktische Einsätze. Unterrichtet wird direkt auf dem Klinikgelände – kurze Wege zwischen Klassenzimmer und Station inklusive.

„Unsere Auszubildenden erleben Pflege jeden Tag im echten Krankenhausbetrieb“, so Frau Kelm. Auf den Stationen sehen sie, wie sich Wissen in Handeln übersetzt – und was Teamarbeit in stressigen Situationen bedeutet. Neben den Einsätzen im Klinikum St. Georg lernen sie auch externe Einrichtungen kennen: Seniorenzentren, ambulante Dienste, psychiatrische Kliniken oder Kinderarztpraxen. „So finden sie heraus, wie breit das Berufsfeld ist – und wo sie später hinwollen.“

Verantwortung übernehmen

Die angehende Pflegefachfrau Paula Wellner ist 23 Jahre alt und steht kurz vor ihrem Examen. „Meine schriftliche Prüfung ist im Dezember, die praktische im Januar und die mündliche im Februar“, erzählt sie. „Im Moment üben wir Anleitungssequenzen – kleine Proben, in denen wir typische Pflegesituationen planen und durchführen. Danach reflektieren wir gemeinsam, was gut lief und was noch besser gehen kann.“

Diese Übungen geben Sicherheit – und zeigen, wie viel Verantwortung die Auszubildenden schon übernehmen. „Am Anfang war ich aufgeregt“, sagt Frau Wellner. „Aber inzwischen merke ich, dass ich selbstständiger werde und Situationen sicherer einschätze. Es hilft, solche Abläufe einmal durchzuspielen – da merkt man, wo man steht.“

Für Frau Kelm ist das genau der Kern: „Pflegeausbildung heißt, selbstständiges Denken zu fördern. Unsere Auszubildenden sollen verstehen, warum sie etwas tun – nicht nur, wie.“

Eine Auszubildende und ihre Praxisanleiterin auf der Intensivstation.

Paula Wellner (links), steht kurz vor ihrem Abschluss zur Pflegefachkraft am Klinikum St. Georg – danach möchte sie bleiben. © Klinikum St. Georg

 

 

Wo Mitgefühl stark macht

Besonders geprägt hat Frau Wellner ihre Zeit auf der onkologischen Station. „Dort habe ich Patienten in allen Altersgruppen betreut. Viele haben schon lange gekämpft. Wenn man einen 30-Jährigen zum dritten Mal zur Chemotherapie begleitet, nimmt das einen mit. Aber genau solche Begegnungen zeigen, wie wichtig unser Beruf ist.“

Diese Erlebnisse hätten sie verändert, sagt sie. „Ich war ganz frisch volljährig, als ich dort angefangen habe. Am Anfang wusste ich nicht, wie ich mit so viel Leid umgehen soll. Aber das Team hat mich getragen. Wir reden über das, was uns bewegt, und das hilft enorm. Ich habe dort gelernt, wie wichtig Rückhalt ist.“ Pflege sei emotional – aber auch zutiefst menschlich. „Man sieht die Menschen in ihren schwächsten Momenten. Und wenn sie wieder gesund werden und sich bedanken, ist das unbeschreiblich. Das sind Augenblicke, die bleiben.“

 

 

Ausbildung mit Rückhalt

Gute Pflegeausbildung braucht gute Begleitung. „Wir haben Praxisanleiter, die sich Zeit nehmen“, sagt Frau Wellner. „Man kann jederzeit Fragen stellen oder über Sorgen sprechen. Selbst mit der Pflegedienstleitung kann man offen reden. Wenn ich Wünsche äußere, werden diese ernst genommen.“

Diese Offenheit motiviert. „Ich habe während meiner Ausbildung viele verschiedene Stationen kennengelernt und durfte sogar selbst Vorschläge machen, wo ich eingesetzt werde. Das zeigt Vertrauen – und gibt einem das Gefühl, dass man gesehen wird.“ Die Teamleiterin Jana Kelm bestätigt das: „Pflege ist Teamarbeit. Wir wollen, dass unsere Auszubildenden lernen, füreinander einzustehen. Dazu gehört auch, Fehler als Lernchance zu sehen.“

Mit Ziel und Perspektive

Nach ihrem Examen möchte Frau Wellner auf einer Intensivstation arbeiten – am liebsten im Klinikum St. Georg. „Mich reizt die Herausforderung, das viele Lernen, die Verantwortung. Man lernt auf der Intensivstation nie aus. Jeder Tag bringt etwas Neues – medizinisch, technisch und menschlich.“ Sie liebt die Abwechslung und das Zusammenspiel aus Fachwissen und Technik. „Man arbeitet mit komplexen Geräten, begleitet schwerkranke Menschen, trifft schnelle Entscheidungen. Das fordert mich, aber genau das motiviert mich auch.“

Langfristig möchte sie sich weiterqualifizieren.

„Ich plane die Fachweiterbildung in Intensivpflege. Vielleicht studiere ich später auch noch. Aber jetzt will ich erst einmal Erfahrungen sammeln und weiter wachsen. Außerdem freue ich mich über die hochmodernen Strukturen in der Intensivmedizin im neuen Zentralbau ab 2029.“

Frau Kelm freut sich über solche Perspektiven: „Viele unserer Auszubildenden bleiben bei uns. Wir sprechen schon früh über Einsatzmöglichkeiten und machen Übernahmeangebote. Wer Engagement zeigt, hat bei uns Zukunft.“

Wissen, was zählt

Wenn Frau Wellner über ihren Beruf spricht, spürt man, dass sie ihn lebt. „Pflege kann eine Berufung sein, wenn man sie mit Herz ausübt. Man braucht Durchhaltevermögen, Stressresistenz und Teamgeist. Ohne das geht es nicht.“ Wichtig sei auch, sich selbst weiterzuentwickeln. „Man kann in drei Jahren nicht alles lernen. Manche Themen muss man sich selbst aneignen – zum Beispiel Medikamente oder spezielle Krankheitsbilder. Wer neugierig bleibt, bleibt gut.“

Und dann ist da noch die Menschlichkeit. „Man lacht mit den Patienten, man weint mit ihnen. Man erlebt sie in ihren schwersten Momenten – und manchmal sieht man sie Wochen später gesund wiederkommen. Wenn sie sich dann bedanken und man sie kaum wiedererkennt, weiß man, warum man das alles macht.“

„Ich habe meinen Beruf gefunden“

Für Frau Wellner ist klar: Sie hat ihren Beruf gefunden. „Ich hätte nie gedacht, wie viel ich über Menschen – und über mich selbst – lernen würde. Kein Tag ist wie der andere, und genau das liebe ich an meinem Beruf.“ Frau Kelm nickt. „Pflege braucht Menschen, die mitdenken, mitfühlen und Verantwortung übernehmen. Wenn unsere Auszubildenden mit so viel Leidenschaft sprechen, wissen wir, dass wir etwas richtig machen.“

Die Ausbildung am Klinikum St. Georg ist anspruchsvoll – aber sie bietet, was heute viele suchen: Sinn, Stabilität und echte Entwicklungsmöglichkeiten. Des Weiteren investiert das Klinikum in eine komplett neue Gesundheitsakademie für die Auszubildenden, welche 2026/27 in Betrieb gehen soll.

Die Auszubildende Paula Wellner (links) und Jana Kelm während einer Anleitungssequenz auf der Intensivstation.

Die Auszubildende Paula Wellner (links) und Jana Kelm während einer Anleitungssequenz auf der Intensivstation. © Klinikum St. Georg

 

Fakten zur Ausbildung zur Pflegefachkraft

  • Dauer: 3 Jahre (Start im März und September)
  • Theorie: 2.100 Stunden an der Berufsfachschule des Klinikums
  • Praxis: 2.500 Stunden in verschiedenen Pflegeeinrichtungen
  • Voraussetzungen: Realschulabschluss oder Hauptschule plus Berufsausbildung
    Sprachniveau B2
  • Bewerbung: ganzjährig unter ausbildung@sanktgeorg.de

 

Kontakt

Jana Kelm, Teamleiterin der Zentralen Praxisanleitung
Mail: ausbildung@sanktgeorg.de
Telefon: 0341 909-4319

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