Die Niere erhalten – Krebs wirksam behandeln

Juni 03, 2026
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Die moderne Therapieform des Nierenzellkarzinoms im Uroonkologischen Zentrum des Klinikums St. Georg: Viele Tumore werden heute früh entdeckt – und können gezielt behandelt werden, oft mit Erhalt der Niere.

Prof. Dr. Amir Hamza

Prof. Dr. Amir Hamza © Klinikum St. Georg

Ein Nierentumor wird heute häufig zufällig entdeckt – etwa bei einer Ultraschall- oder CT-Untersuchung aus anderem Anlass. Beschwerden treten im frühen Stadium meist nicht auf. „In den meisten Fällen handelt es sich um Zufallsbefunde“, sagt Prof. Dr. med. Amir Hamza, Chefarzt der Klinik für Urologie und Andrologie. „Das gibt uns die Chance, frühzeitig zu handeln – und die Niere oft zu erhalten.“

Früh erkannt – oft gut behandelbar

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung der Niere. In Deutschland erkranken jährlich etwa 13.000 bis 15.000 Menschen daran, Männer häufiger als Frauen. Für die Therapieentscheidung sind mehrere Faktoren relevant: Wie groß ist der Tumor? Wo liegt er? Ist er auf die Niere begrenzt? Und wie gut arbeitet die betroffene Niere noch? Moderne bildgebende Verfahren wie CT oder MRT liefern dafür die notwendige Grundlage.

Operation mit klarem Ziel – der Organerhalt

Im lokal begrenzten Stadium ist die Operation die wichtigste Behandlungsmethode. Dabei gilt ein klarer Grundsatz: Wenn medizinisch möglich, soll die Niere erhalten bleiben. „Die organerhaltende Operation ist heute Standard“, betont Prof. Hamza. „Wir entfernen nur den Tumor und belassen das gesunde Nierengewebe.“ Eine vollständige Entfernung der Niere ist nur notwendig, wenn Größe oder Lage des Tumors keine sichere organerhaltende Lösung zulassen.

Was bedeutet organerhaltende Operation?

  • Bei geeigneten Tumoren wird nur der erkrankte Anteil der Niere entfernt
  • Das gesunde Gewebe bleibt erhalten
  • Ziel ist es, die Nierenfunktion langfristig zu bewahren – ohne Abstriche bei der Sicherheit der Tumorentfernung

 

Roboterassistierte Chirurgie: präzise und schonend

Am Klinikum St. Georg wird für geeignete Eingriffe das roboterassistierte System DaVinci X eingesetzt. Der Operateur steuert das System hochpräzise selbst und arbeitet mit starker dreidimensionaler Vergrößerung. Die Instrumente lassen sich sehr fein und beweglich führen – auch an schwer zugänglichen Stellen der Niere. Der Eingriff erfolgt über mehrere kleine Hautschnitte. Das kann den Blutverlust reduzieren und das Risiko für Wundheilungsstörungen senken. Gleichzeitig ermöglicht die Technik eine besonders präzise Tumorentfernung bei maximalem Erhalt gesunden Gewebes. Nicht jeder Befund eignet sich für dieses Verfahren. Welche Operationsmethode gewählt wird, besprechen Ärzte und Patienten individuell. In seltenen Fällen kann während der Operation auch auf ein offenes Verfahren gewechselt werden.

Ein künstliches Modell einer Niere

Früh erkannt, gezielt behandelt: Moderne Medizin ermöglicht beim Nierentumor häufig den Erhalt der Niere. © sweet_tomato | Shutterstock

 

Wenn sich der Tumor ausgebreitet hat

Hat sich die Erkrankung über die Niere hinaus entwickelt, stehen verschiedene medikamentöse Therapien zur Verfügung. In ausgewählten Fällen kann der Tumor auch lokal zerstört werden. Eine Strahlentherapie dient nicht der Heilung des Nierenzellkarzinoms, da dieser Tumor kaum auf Bestrahlung reagiert. Sie kann jedoch eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern, etwa bei schmerzhaften Knochenmetastasen.

Entscheidungen im zertifizierten Expertenteam

Die Behandlung erfolgt im Uroonkologischen Zentrum des Klinikums St. Georg. Dieses ist von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Die Therapie orientiert sich an aktuellen Leitlinien und wird regelmäßig qualitätsgeprüft. Urologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie, Nephrologie, Strahlentherapie und weitere Fachrichtungen beraten jeden Fall gemeinsam in einer interdisziplinären Tumorkonferenz. „So stellen wir sicher, dass jeder Patient eine individuell abgestimmte, medizinisch fundierte Behandlung erhält“, sagt Prof. Hamza. Ergänzt wird die medizinische Therapie durch Physiotherapie, Ernährungsberatung, psychoonkologische Begleitung und sozialrechtliche Beratung. Begleitung auch nach der Operation Nach dem Eingriff steht zunächst die Erholung im Mittelpunkt. Rehabilitationsmaßnahmen werden frühzeitig organisiert. Auch danach bleibt die Klinik Ansprechpartner: In spezialisierten Sprechstunden erfolgt die strukturierte Nachsorge. „Ist der Tumor auf die Niere begrenzt, sind die Behandlungschancen sehr gut“, sagt Prof. Amir Hamza. „Und selbst in fortgeschrittenen Stadien stehen heute wirksame Therapien zur Verfügung, die Lebenszeit und Lebensqualität erhalten können.“

 

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