Der neue Be-Up-Kreißsaal am Klinikum St. Georg bietet werdenden Müttern maximale Bewegungsfreiheit während der Geburt – für einen selbstbestimmten Start ins Leben
ine Geburt verläuft selten nach Plan. Umso wichtiger ist eine Umgebung, die Sicherheit gibt und gleichzeitig Raum für eigene Bedürfnisse lässt. Am Klinikum St. Georg steht werdenden Eltern dafür ein sogenannter Be-Up-Kreißsaal zur Verfügung – ein Raum, der Bewegung, Selbstbestimmung und eine natürliche Geburt unterstützt.
Mehr Freiheit während der Geburt
Im Mittelpunkt des Be-Up-Konzepts nsteht die Möglichkeit, sich frei zu bewegen. Statt überwiegend im Bett zu liegen, können Frauen ihre Position immer wieder verändern – im Stehen, Sitzen, Hocken oder auf allen Vieren, ganz nach eigenem Gefühl. Der Raum ist dafür bewusst anders gestaltet: mit Matten, Gebärhockern, Pezzibällen, Tüchern und weiteren Elementen für unterschiedliche Gebärpositionen. „Wir wollen weg von der Vorstellung, dass die Geburt im Bett stattfinden muss“, sagt Dr. med. Volker Thäle, Chefarzt der Geburtshilfe. „Bewegung und aufrechte Positionen können den Geburtsverlauf unterstützen.“
Warum Bewegung die Geburt erleichtern kann
Aus medizinischer Sicht sprechen mehrere Faktoren für Bewegung während der Geburt. Aufrechte Positionen nutzen die Schwerkraft, das Becken kann sich besser öffnen und viele Frauen empfinden die Wehen als besser bewältigbar. „Es fällt vielen Frauen leichter, sich in der Bewegung mit dem Schmerz auseinanderzusetzen, als in einer festen Position zu verharren“, so Dr. Thäle. „Wir sehen, dass viele Frauen von der Bewegungsfreiheit profitieren und die Geburt als aktiver und selbstbestimmter erleben.“
Sicherheit und Überwachung bleiben gewährleistet
Ein zentrales Anliegen des Konzepts ist, Bewegung zu ermöglichen – ohne Kompromisse bei der Sicherheit. Moderne, kabellose Überwachungssysteme erlauben es, die Herztöne des Kindes kontinuierlich zu kontrollieren, während sich die Gebärende frei bewegt. „Die Frauen sind heute nicht mehr an Geräte gebunden“, erklärt Dr. Thäle. „Sie können sich im
Be-Up-Kreißsaal – das Konzept auf einen Blick
- Bewegung und freie Wahl der Gebärposition
- aufrechte Haltungen statt ausschließlich Liegen
- unterstützende Ausstattung (Matten, Hocker, Seile, Bälle)
- wohnliche Atmosphäre moderne, kabellose Überwachung
- medizinische Sicherheit jederzeit gewährleistet
Raum bewegen oder verschiedene Positionen ausprobieren, ohne dass die Überwachung darunter leidet.“ Auch das klassische Kreißbett bleibt weiterhin Teil des Raums – steht jedoch nicht mehr im Mittelpunkt. „Das Bett ist weiterhin vorhanden und kann jederzeit genutzt werden, wenn es notwendig ist“, so Dr. Thäle. „Aber es bestimmt nicht mehr automatisch den Ablauf der Geburt.“
,,Alle unsere Kreiß-säle bieten die Möglichkeit, verschiedene Gebärpositionen einzunehmen. Der Be-Up-Saal bündelt dieses Konzept nur besonders konsequent.“
Freie Gebärpositionen sind überall möglich Wichtig ist: Die Möglichkeit, sich während der Geburt frei zu bewegen, ist nicht auf einen einzelnen Raum beschränkt. Auch in den anderen Kreißsälen am Klinikum St. Georg stehen entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung, und die Betten lassen sich flexibel an unterschiedliche Positionen anpassen. Wie eine Geburt verläuft, lässt sich nicht vollständig planen. Treten Komplikationen auf, kann es notwendig werden, von diesem Konzept abzuweichen. „Solange die Geburt physiologisch verläuft, gibt es kaum Einschränkungen“, erklärt Dr. Thäle. „Wenn jedoch medizinische Eingriffe notwendig werden, etwa eine Saugglocke oder ein Kaiserschnitt, muss die Situation entsprechend angepasst
werden.“
Jede Geburt braucht ihren eigenen Weg
Keine Geburt verläuft gleich. Umso wichtiger ist eine Begleitung, die auf die jeweilige Situation eingeht. Hebammen unterstützen die Frauen dabei, geeignete Positionen zu finden und den eigenen Körper wahrzunehmen. Ärztliche Eingriffe treten in den Hintergrund – solange die Geburt unauffällig verläuft.



