Die Ausbildung zum Notfallsanitäter am Klinikum St. Georg – ein anspruchsvoller Weg in einen Beruf, der Menschen in schwierigen Situationen zur Seite steht.
Wer 112 wählt, erwartet schnelle und sichere Hilfe. Zwei Fachkräfte steigen aus dem Rettungswagen, verschaffen sich in Sekunden einen Überblick und handeln. Diese Sicherheit entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis einer dreijährigen Ausbildung, die Wissen, Praxis und Verantwortung systematisch verbindet.
Wie Verantwortung wächst
Ronny Nordmann, Notfallsanitäter und Medizinpädagoge an der Gesundheitsakademie, erklärt: „Unsere Auszubildenden lernen Schritt für Schritt und übernehmen dabei immer mehr Verantwortung.“ Die Ausbildung ist in aufeinander abgestimmte Lernabschnitte gegliedert. Im ersten Jahr stehen grundlegende lebensrettende Maßnahmen im Mittelpunkt. Im zweiten Jahr arbeiten die Auszubildenden zunehmend selbstständiger im erweiterten Notfallmanagement. Im dritten Jahr führen sie Einsätze im Team und treffen eigenständig Entscheidungen. Verantwortung wird schrittweise übertragen – begleitet durch Anleitung, Übung und Feedback.
Vom Unterricht in den Rettungswagen
Andrea Schneemilch, Pädagogin an der Medizinischen Berufsfachschule, betont: „Theorie allein genügt nicht.“ Die theoretische Ausbildung findet an der Medizinischen Berufsfachschule des Klinikums St. Georg statt. Träger der Ausbildung sind die Leistungserbringer des Rettungsdienstes – in unserer Region die Branddirektion Leipzig, der Malteser Rettungsdienst Leipzig und Schkeuditz sowie Falck Rettungsdienst. Die praktische Ausbildung erfolgt im Rettungsdienst und in klinischen Bereichen, unter anderem im Klinikum St. Georg. In der Schule erwerben die Auszubildenden das medizinische Fundament und lernen, Notfälle strukturiert einzuschätzen und leitliniengerecht zu handeln. In Simulationstrainings üben sie typische Einsatzsituationen.
In der Praxis sammeln sie Erfahrungen auf Lehrrettungswachen und im Krankenhaus – etwa in der Notaufnahme, der Anästhesie oder auf der Intensivstation. Mindestens 175 echte Rettungseinsätze gehören zur Ausbildung. Praxisanleiter begleiten die Einsätze und geben Feedback.
Zwischen dramatischen Einsätzen und Beratung
Schwere Unfälle oder plötzliche Todesfälle gehören zum Berufsalltag. Darüber wird offen gesprochen. Teamgespräche und strukturierte Nachbesprechungen sind fester Bestandteil der Ausbildung. Widerstandskraft entsteht durch Teamkultur und einen bewussten Umgang mit Belastung. „Der Berufsalltag besteht nicht nur aus lebensbedrohlichen Krankheitsbildern“, betont Frau Schneemilch. „Viele Einsätze drehen sich um Beratung, Einschätzung und Orientierung. Menschen sind verunsichert, haben Schmerzen oder Angst – und brauchen klare Kommunikation.“
Mehr als Medizin: Haltung zählt
Ziel der Ausbildung ist Handlungskompetenz – also fachlich richtig, strukturiert und menschlich zu handeln.
Dazu gehören:
• Fachkompetenz: Erkrankungen erkennen und sicher behandeln.
• Methodenkompetenz: Situationen einschätzen und Prioritäten setzen.
• Sozialkompetenz: verständlich erklären und im Team zuverlässig arbeiten.
• Selbstkompetenz: Verantwortung übernehmen und eigene Grenzen kennen.
„Professionell ist, wer Entscheidungen trifft, aber auch weiß, wann zusätzliche Hilfe notwendig ist“, sagt Frau Schneemilch.
„Man weiß nie, was einen erwartet“ Doreen Hendrich ist Auszubildende zur Notfallsanitäterin. Vor der Ausbildung arbeitete sie als Rettungssanitäterin. „Es ist abwechslungsreich, und man weiß nie, was einen erwartet“, sagt sie. Besonders schätzt sie das selbstständigeArbeiten und die Verantwortung. Was sie geprägt hat? „Es ist immer ein schönes familiäres Miteinander und ein stetiges voneinander Lernen.“ Ihr Rat an Interessierte: „Unbedingt vorher mal ein Praktikum machen. Dadurch sieht man, wie die Einsätze ablaufen.“
Gut ausgebildet für Ihren Notfall
Die Ausbildung am Klinikum St. Georg verbindet klare Strukturen, enge Begleitung und viel Praxis. Sie stärkt medizinisches Können und persönliche Reife. Für Sie als Patient heißt das: Wenn Hilfe gebraucht wird, treffen Sie auf Menschen, die gründlich vorbereitet wurden – medizinisch, im Team abgestimmt und menschlich.
Fakten zur Ausbildung zum Notfallsanitäter
- Dauer 3 Jahre
- Theorie Medizinische Berufsfachschule des Klinikums St. Georg
- Praxis Rettungsdienst und klinische Einsatzbereiche (u. a. Branddirektion Leipzig, Malteser Leipzig / Schkeuditz, Falck)
- Voraussetzungen mittlerer Schulabschluss oder gleichwertig, Deutsch B2 Abschluss staatlich anerkannt



