Patientenstory: Warum jede Minute kostbar ist

Juni 01, 2026
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Medizinische graue Darstellung eines Gehirns

Bei der Schlaganfallkomplexbildgebung ist eine Durchblutungsstörung der rechten Hirnhälfte zu sehen, im rechten Bild ist ein Hirngefäßverschluss als Ursache des Schlaganfalls erkennbar. © Klinikum St. Georg

Medizinische bunte Darstellung eines Gehirns

© Klinikum St. Georg

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Bleibt ein Gefäß verschlossen, sterben Nervenzellen ab. Je schneller die Durchblutung wiederhergestellt wird, desto besser sind die Chancen, dass Funktionen zurückkehren – und desto geringer ist das Risiko bleibender Einschränkungen.

Am Klinikum St. Georg wird in einem aktuellen Fall deutlich, wie entscheidend das Zusammenspiel der Fachbereiche ist: Eine 90-jährige Patientin aus Leipzig war ursprünglich wegen der Abklärung einer Raumforderung der Bauchspeicheldrüse stationär aufgenommen worden. Die behandelnde Ärztin hatte nach der Untersuchung zwar eine vorsichtige Entwarnung gegeben, eine endgültige Diagnose stand jedoch noch aus. Doch noch am selben Tag, abends auf Station, veränderte sich ihr Zustand plötzlich.

Als sie aufstehen wollte, wurde ihr schwindelig. Der linke Arm ließ sich nicht mehr kontrollieren, Worte blieben aus – typische Anzeichen eines Schlaganfalls. Sie rief sofort Hilfe und drückte den Notrufknopf. Während für sie selbst vieles unklar blieb, liefen im Hintergrund die notwendigen Abläufe an. Dass sich der Vorfall während des Klinikaufenthalts ereignete, erwies sich als entscheidender Vorteil.

Die neurologische Untersuchung ergab unmittelbar den Verdacht auf einen schweren Schlaganfall. Die Bildgebung bestätigte innerhalb kürzester Zeit die Diagnose: Ein hirnversorgendes Gefäß war verschlossen. Es folgte ein Wettlauf gegen die Zeit.

Die „goldene Stunde“ zählt

Über einen minimal-invasiven Zugang wurde ein Katheter bis in die betroffene Hirnarterie vorgeschoben. Unter bildgebender Kontrolle gelang es, das Blutgerinnsel zu entfernen und die Durchblutung wiederherzustellen. Innerhalb kurzer Zeit war das Gefäß wieder offen – vermutlich noch innerhalb der sogenannten „goldenen Stunde“, in der die Behandlung besonders wirksam ist.

Schon kurz nach dem Eingriff besserten sich die Symptome deutlich. Sprache und Bewegung kehrten zurück. Die Patientin erholte sich schnell und konnte nach wenigen Tagen ohne bleibende Einschränkungen entlassen werden. „Dass ich heute wieder ganz normal leben kann, verdanke ich diesem schnellen Eingreifen“, sagt sie rückblickend.

Der Verlauf macht deutlich, wie eng im Neurozentrum Diagnostik und Therapie ineinandergreifen – und wie entscheidend es ist, dass alle Schritte ohne Verzögerung ablaufen. „Wir bauen die neuroradiologische Versorgung gezielt weiter aus, um Patienten in Leipzig und der Region eine moderne Behandlung ohne Zeitverlust zu ermöglichen“, sagt Prof. Schob.

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