Wenn Lähmungen oder Sprachstörungen auftreten, ist rasches Handeln entscheidend. Am Klinikum St. Georg arbeiten Neuroradiologie, Neurologie und Neurochirurgie im Neurozentrum eng zusammen, um Gefäßerkrankungen des Gehirns schnell zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Ein Arm gehorcht nicht mehr, Worte fehlen oder starke Kopfschmerzen setzen ein. Für Betroffene kommt das oft ohne Vorwarnung – ein medizinischer Notfall.
Am Klinikum St. Georg gibt es seit Mai 2025 eine eigenständige Klinik für Neuroradiologie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Stefan Schob. Hier werden Erkrankungen der hirnversorgenden Gefäße sowie des Gehirns und Rückenmarks diagnostiziert und behandelt. Diagnose und Therapie greifen dabei nahtlos ineinander. Das ist vor allem dann wichtig, wenn jede Minute über den weiteren Verlauf entscheiden kann. „Unser Ziel ist es, Gefäßverschlüsse so schnell wie möglich zu erkennen und unmittelbar zu behandeln – bevor bleibende Schäden entstehen“, sagt Prof. Dr. med. Stefan Schob.
Am Anfang steht die Bildgebung. CT und MRT zeigen innerhalb kurzer Zeit, ob ein Gefäß verschlossen ist oder eine Blutung vorliegt. Diese Befunde entscheiden direkt über die Behandlung: Kann das Gefäß minimal-invasiv wieder eröffnet werden, oder ist ein anderer Behandlungsweg notwendig? Für Patienten heißt das: Es geht nicht nur um Geschwindigkeit, sondern darum, die richtige Therapie sofort einzuleiten.
Oft schließt sich die Behandlung ohne Verzögerung an. Über feine Katheter können verschlossene Gefäße wieder eröffnet oder Aneurysmen behandelt werden. Häufig gelingt das ohne operative Öffnung des Schädels. Der Zugang erfolgt meist über die Leiste. Die Instrumente werden unter Bildkontrolle bis in die betroffenen Gefäße geführt. So lässt sich gezielt und schonend behandeln.
Die Neuroradiologie ist rund um die Uhr verfügbar. Schlaganfälle und Hirnblutungen werden sofort abgeklärt und behandelt. Möglich wird das durch das enge Zusammenspiel von Neuroradiologie, Neurologie und Neurochirurgie.
„Durch die enge Verzahnung der Fachbereiche können wir kritische Zeitfenster verkürzen und die Behandlungsergebnisse messbar verbessern“, erklärt Prof. Stefan Schob.

Screening im Neurozentrum: Hier greifen Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie ineinander, damit Menschen mit Schlaganfall und anderen Erkrankungen des Gehirns rasch und abgestimmt versorgt werden können. © Gorodenkoff | Shutterstock
Die Klinik für Neuroradiologie ist Teil des Neurozentrums am Klinikum St. Georg. Hier arbeiten Radiologie, Neurologie, Neurochirurgie und Gefäßchirurgie zusammen.
Die Neuroradiologie übernimmt dabei die bildgebende Diagnostik und viele minimal-invasive Behandlungen. Ob ein Kathetereingriff ausreicht oder eine Operation notwendig ist, wird gemeinsam im Team entschieden. In vielen Fällen ist eine minimal-invasive Behandlung möglich, in anderen Situationen bietet eine neurochirurgische Operation die bessere und sicherere Lösung. Wie im Neurozentrum die passende Behandlung ausgewählt wird – von Kathetereingriffen bis zur Operation –, lesen Sie auf den Seiten 14–15 im Beitrag zur Neurochirurgie.
„Durch die enge Verzahnung der Fachbereiche können wir kritische Zeitfenster verkürzen und die Behandlungsergebnisse messbar verbessern.“
Die Klinik für Neuroradiologie versorgt ein breites Spektrum an Gefäßerkrankungen des Gehirns:
Viele Eingriffe erfolgen minimal-invasiv über einen kleinen Zugang in der Leiste. Das schont den Körper und verkürzt oft die Erholungszeit.
Diese Symptome können auf einen Schlaganfall hinweisen:
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