Die Welt entdecken – aber gesund bleiben! Wer vorsorgt, reist sorgenfrei und kann jeden Moment in vollen Zügen genießen
Der Koffer ist gepackt, der Reisepass liegt bereit, die Vorfreude steigt. Doch zwischen Sonnencreme und Wanderschuhen lohnt sich noch ein kurzer Gesundheits-Check. Denn mit der richtigen Vorbereitung reisen Sie entspannter – und reduzieren vermeidbare Risiken deutlich.
Vor der Reise: Ist eine Beratung sinnvoll?
Für viele Reisen innerhalb Europas genügt ein aktueller Standardimpfschutz, in Süd- und Osteuropa ergänzt durch Hepatitis A. Bei Fernreisen, längeren Aufenthalten, Reisen in tropische Regionen oder bei bestehenden Vorerkrankungen ist eine reisemedizinische Beratung jedoch empfehlenswert. Idealerweise vereinbaren Sie den Termin etwa 6 – 8 Wochen vor Abreise, insbesondere wenn zusätzliche Impfungen infrage kommen.
Im Gespräch geht es unter anderem um:
• Reiseziel und Reisedauer
• Unterkunft und geplante Aktivitäten
• bestehende Erkrankungen, aktuelle Medikation
Reisemedizinische Beratungen bieten spezialisierte Haus- und Facharztpraxen sowie entsprechend qualifizierte Ambulanzen an.
Impfstatus prüfen
Ein vollständiger Standardimpfschutz bildet die Grundlage jeder Reise. Dazu zählen:
• Tetanus
• Diphtherie
• Pertussis
• Polio
• Masern/Mumps/Röteln
• COVID-19
• Influenza (je nach Saison)
Je nach Reiseziel können weitere Impfungen sinnvoll oder vorgeschrieben sein, etwa gegen Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut oder Gelbfieber. Manche Impfungen erfordern mehrere Dosen – planen Sie daher ausreichend Zeit ein.
Gut zu wissen
- Prüfen Sie Ihren Krankenversicherungsschutz im Ausland.
• In EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gilt die Europäische Krankenversicherungskarte. Sie deckt medizinisch notwendige Leistungen nach dem jeweiligen Landesrecht ab. - Gesetzlich Versicherte haben außerhalb Europas in der Regel keinen Schutz über ihre Krankenkasse.
• Rücktransporte nach Deutschland sind weder in der gesetzlichen noch in der privaten Regelversorgung automatisch eingeschlossen.
• Eine private Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist daher sinnvoll.
• Reisemedizinische Beratung erhalten Sie unter anderem in spezialisierten Haus- und Facharztpraxen sowie – je nach Angebot – auch in ambulanten Einrichtungen des Klinikums St. Georg.
Schutz vor Mückenkrankheiten
In tropischen und subtropischen Regionen werden Erkrankungen wie Malaria, Dengue- oder Zikafieber durch Mücken übertragen. Wichtig ist konsequenter Schutz:
• lange, möglichst helle Kleidung
• Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin
• Moskitonetze
• klimatisierte oder gut geschlossene Räume
Ob eine Malaria-Prophylaxe notwendig ist, hängt vom Reiseziel ab und sollte individuell geklärt werden.
Die Reiseapotheke
Eine gut zusammengestellte Reiseapotheke gehört ins Gepäck. Dazu zählen:
• Schmerz- und Fiebermittel
• Mittel gegen Durchfall
• Elektrolytlösung
• Desinfektionsmittel
• Pflaster und Verbandmaterial
• Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor
• persönliche Dauermedikamente in ausreichender Menge
Wichtige Medikamente sollten bei Flugreisen ins Handgepäck.
Magen-Darm-Infekte vermeiden
Reisedurchfall gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Urlaub. Merken Sie sich die Regel: Garen, schälen oder verzichten.
• Speisen gut durchgegart essen
• Obst selbst schälen
• kein Leitungswasser trinken
• Eiswürfel meiden
• regelmäßig Hände waschen oder desinfizieren
Hitze nicht unterschätzen
Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf.
Achten Sie auf:
• ausreichendes Trinken
• leichte, luftige Kleidung
• Aufenthalt im Schatten
• Vermeidung der Mittagshitze
Ältere Menschen, Kinder und chronisch Erkrankte reagieren besonders empfindlich.
Nach der Rückkehr
Tritt nach einem Aufenthalt in den Tropen Fieber auf, sollte dies zeitnah ärztlich abgeklärt werden – auch noch Wochen später. Informieren Sie die behandelnde Praxis unbedingt über Ihren Urlaubsaufenthalt
